Die drei Phasen des selbstständigen Lernens – Ein Praxisbeispiel

2. Dez '17 Lesezeit 4 Min.

Im vorherigen Artikel haben wir die Notwendigkeit des selbstständigen Lernens betont und du kennst die theoretischen Grundlagen. Du fragst dich nun, wie man dieses Konzept in der Praxis anwenden kann und was man beachten sollte? Anhand des Beispiels „Vokabeln Lernen“ veranschaulichen wir im Folgenden das Prinzip. Falls du zu den Leuten gehörst, die einfach drauf los lernen oder früh vor der Schule versuchen, sich den Lernstoff ins Gedächtnis zu hämmern, dann haben wir hier eine effiziente Alternative für dich.

Titelbild selbstständiges Lernen: Das Bild zeigt im Vordergrund ein Post-It mit der Aufschrift Set Goals. Im Hintergrund sind Arbeitsblätter, Smartphone und Tablet zu sehen.

Vokabeln lernen: Jeder kennt es, jeder macht es. Wie gehe ich aber vor? Wie teile ich meine Zeit ein? Wie schaffe ich es, dass ich nicht in meiner kompletten Freizeit lernen muss? Wie überprüfe ich meinen Lernfortschritt? Wie kann ich mich motivieren? Die drei Phasen des selbstständigen Lernens liefern eine Antwort.

Los geht’s mit der Planungsphase

Der erste und wichtigste Schritt ist die Festsetzung von Lernzielen und leitet den Beginn des Lernprozesses ein. Diese können entweder fremdbestimmt durch den Lehrer sein z.B. Vokabeln lernen als Hausaufgabe oder aber auch selbstbestimmt z.B. eine bessere Note in der nächsten Schulaufgabe. Anschließend wird die passende Lernstrategie festgelegt.
In unserem Beispiel bietet sich eine effiziente Wiederholungstrategie in Form von Karteikarten als Lernstrategie an. Zuletzt wird noch ein Plan erstellt, welche Aufgaben in welcher Reihenfolge erledigt werden, sowie die Planung von Pausen (ca. alle 20-30 Minuten 5-10 Minuten Pause). Da zu Beginn die Konzentration am höchsten ist, sollte mit der Schwierigsten Hausaufgabe bzw. dem größten Lernaufwand begonnen werden. Erfahre mehr über die verschiedenen Lernstrategien.

Weiter geht’s mit der Handlungsphase

Wie der Name schon sagt erfolgt in der Handlungsphase die Umsetzung des zuvor aufgestellten Plans und der Einsatz der ausgewählten Lernstrategien. Außerdem kommt es auch auf die Gestaltung der Lernumgebung an. Ideal ist ein Ort, an dem man seine Ruhe hat und konzentriert arbeiten kann. Während der ganzen Zeit beobachtet sich der Schüler selbst und überwacht die Lernaktivität, um gegebenenfalls sein Lernverhalten entsprechend zu regulieren.
Selbstbeobachtung und Überwachung? Wie soll das funktionieren? Ist eigentlich ziemlich einfach aber von enormer Wichtigkeit. Das bedeutet nichts anderes, als während des Vokabeln Lernens beispielsweise zu überprüfen, wie gut man gelernt hat. Stellt man fest, dass einige Vokabeln noch nicht gut sitzen, werden diese entweder nach einer kurzen Pause noch einmal wiederholt oder man erledigt erst einmal eine andere Aufgabe und wiederholt diese zu Schluss noch einmal. Die Selbstbeobachtung alleine führt schon zu positiven Effekten auf das Lernverhalten, da Fehler selbstständig erkannt und verbessert werden.

Zu guter Letzt: die Reflexionsphase

Zum Schluss erfolgt noch eine Reflexionsphase, in der die eigene Leistung bewertet wird, was wiederum Konsequenzen auf die folgenden Lernprozesse hat. Dabei wird das in der Planungsphase gesetzte Ziel mit dem erreichten Ergebnis verglichen und bewertet. Wurde das Ziel erreicht, kann der Schüler stolz auf sein selbst erarbeitetes Ergebnis sein. Falls das Ergebnis nicht erreicht wurde, erfolgt die Regulation. Lernstrategien können angepasst werden oder aber die Ziele werden abgestuft, weil aufgrund der gemachten Erfahrung das Ziel so nicht erreichbar war. Wichtig ist nur, dass die gemachten Erfahrungen aus der Lernphase Auswirkungen auf das zukünftige Lernen haben. Dabei gilt der Grundsatz: Aus Fehlern lernt man!

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